„Seil(e)tanz der Gefühle“

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Ähnlich wie bei Familien-Aufstellungen Angehörige oder Bekannte durch Teilnehmer der Aufstellung repräsentiert werden, wird bei meiner Arbeitsweise die Qualität, also die vorherrschende Energie von Gefühlen durch bunte Seile repräsentiert.

Die Seile sind flexibel und verformbar und eignen sich gut dafür, etwas so Flüchtiges und nicht Greifbares wie Gefühle abzubilden. Die Farbe eines Seils wird von der Person nach eigenem Empfinden frei ausgewählt, genauso wie die Art und Weise wie das Seil gelegt wird. Der/die KlientIn kann den Vorgang sprachlich kommentieren, muss dies aber nicht. Die Gefühle werden so im Raum sichtbar – sowohl für die legende Person, als auch für mich als Facilitator und für andere Mitspieler oder Zuschauer. Außerdem wird das Verhältnis der verschiedenen Energien zueinander deutlicher als es beim Erzählen der Fall wäre.

Die Methode hat noch einen Vorteil: was daliegt ist sichtbar und kann nicht geleugnet werden, sondern nur im nachfolgenden Prozess verwandelt oder aufgelöst werden. Eine schöne Überraschung ist häufig, dass negativ empfundene Energien weniger stark und raumfordernd sind als befürchtet und dass positiv empfundene Energien kraftvoller und größer sind als vermutet.

Als Facilitator spiele ich die Rolle eines lebendigen Spiegels. Ich erwähne zum Beispiel, was mir an der Art zu legen oder an der Lage der Seile zueinander auffällt. Dann stelle ich Fragen, ob Details zufällig oder absichtlich so entstanden sind und ob diese so bleiben müssen oder ob eine Änderung möglich wäre. Das gelegte Bild wird also daraufhin betrachtet, wo eine kreative Bearbeitung möglich wäre. Der/die KlientIn entscheidet dann, ob sich eine Veränderung echt anfühlt. Das Seile-Bild wird gemeinsam so lange verändert, bis der/die KlientIn entscheidet, dass das Bild für hier und heute seine Endfassung erreicht hat und zufriedenstellend ist. Meist ist diese Stimmigkeit dann für alle Beteiligten spürbar oder, wie eine beteiligte Person es formulierte: „Wenn’s wirklich stimmt, dann stimmt’s eben.“